id="tech">

Keramische Skulpturen

Als die Keramiken erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurden, urteilte der Düsseldorfer Architekt Helmut Hentrich: „Nun hat Mack sich noch einmal ein für ihn ganz neues Medium erschlossen, darin seinen berühmten Kollegen Eduardo Chillida, Lucio Fontana, Joan Mirò und Antonio Tàpies folgend. Mit der Keramik hat er einen der ältesten kunsthandwerklichen Werkstoffe der Welt entdeckt, den sich die Menschheit schon in ihren frühesten kulturellen Anfängen nutzbar macht.“
Einfache euklidische Formen und Volumina kennzeichnen die gestalterische Formgebung der bildhauerischen Werke von Heinz Mack. Und eben diese Formen charakterisieren auch seine Arbeiten aus dem Feuer. Mack hatte zu Beginn der Arbeiten mit dem Werkstoff Ton den festen Vorsatz, das Material direkt skulptural zu nutzen. Seinen Mitarbeitern in der Kölner Keramikwerkstatt, wo die Werke gestaltet und gebrannt wurden, erklärte er von vorneherein, er gedenke keinesfalls die traditionelle Technik der Tonmodellierung mit den Händen anzuwenden, Fingerabdrücke als Ausdruck der spontanen Formgebung seien nicht seine Sache. Doch der Künstler war selbst überrascht als er das von ihm auferlegte Verbot durchbrach. Für ihn selbst fast unbemerkt drängte das Material Ton und seine Materialeigenschaften  zur modellierenden Gestaltung ihrer Oberfläche mit der Hand.
Auch bei der Farbgebung blieb Heinz Mack sich treu. Er hatte schon immer die „Bemalung“ seiner bildhauerischen Werke abgelehnt, weil er der materialbedingten Eigengesetzlichkeit Vorrang einräumte.  So auch hier bei seinen keramischen Werken. Er bezieht die unendliche Farbenfülle seiner keramischen Werke ausschließlich aus der Glasur. Dabei hat er die jahrhundertealte Tradition der Glasurbrennerei für seine Zwecke sinnvoll genutzt und künstlerisch weiter entwickelt.
Trotzdem sieht sich Heinz Mack nicht in der Tradition der „Arts du Feu“. Seine Farbgebung leitet sich vielmehr aus jenem axiomatischen Grundthema seines künstlerischen Schaffens ab, das den Reichtum der Farben aus der Chromatik des Lichtspektrums bezieht.


Dazu sagt der Künstler: „Vom Ende der ZERO-Zeit bis heute habe ich Farben in ihrer Reinheit bevorzugt, die im Lichtspektrum erscheinen, als Sequenz, als harmonische Folge, als Struktur, als ein in sich stimmiges Kontinuum des Farblichts. Unter Kontinuum verstehe ich, dass eine jede Lichtfarbe der ihr unmittelbar vorausgegangenen Farbe folgt, um gleichzeitig und sich verwandelnd, also chromatisch, in die nächste reine Lichtfarbe überzugehen.“