Malerei
„Malerei hat mich immer fasziniert, wenn sie von Licht erfüllt ist. Aber Malerei ist für mich auch weit mehr; sie ist jener Vordergrund des unendlich tiefen und schwarzen Raums, in dem Licht und Farbe untrennbar eines geworden sind. Die Identität von Licht und Farbe, welche im Spektrum sichtbar wird, ist der Gegenstand meiner Malerei - es ist ihr einziger Gegenstand.“
Farbintensität ist immer eine Lichtintensität. „Da für mich Farbe stets Farbe als Licht und Licht als Farbe ist, welches ich in meinen Chromatiken zu erfassen und zu gestalten suche, ist der Begriff der Farbintensität stets auch ein qualitativer Begriff der Lichtintensität - das aber unter der Voraussetzung, dass der Begriff der Intensität hier ein ästhetischer Begriff ist - und kein physikalischer Begriff.“ Das Leise, Unmerkliche, Zarte, Sphärische, Transparente, Immaterielle der Farbe kann die Intensität ebenso bestimmen, wie die expressiv und rauh aufgetragene Farbe.
Es ist das Wesen von Macks chromatischen Bildern, dass die Farben unmerklich und nuancenreich ineinander übergehen ohne dabei eine weitere wesentliche
Eigenschaft zu verlieren, nämlich von Stufe zu Stufe deutlich Farbkontraste zu zeigen. Dabei folgt der Verdichtung einer Farbe immer eine Aufhellung und umgekehrt. Dieser gleitende Übergang von einer Farbe zu ihrer nächsten Kontrastfarbe ist nur darum möglich, weil Heinz Mack von einer Farbstoffe zur nächsten quasi eine kleinere Farbstufe einfügt, die zwischen den Kontrastpaaren der großen Stufen vermittelt. Im Falle der Farbchromatik entstehen viele Intervalle, Stufungen, Sequenzen, Farbrhythmen, Rapporte und Schwingungen. In der ZERO-Zeit nannte Heinz Mack das die Vibration der Farbe; heute spricht er eher von Schwingungen, um das dynamische Prinzip zwischen den einzelnen Farbstufen zu umschreiben.
Formen haben in Macks chromatischen Bildern nur noch die Bedeutung einer rhythmischen Begrenzung, innerhalb derer das Licht als Farbe zur Erscheinung kommt. Enthält eine Lichtchromatik viele reine Lichtfarben und deren jeweilige Verdichtungen und Aufhellungen, so kommt es je nach deren Anteilen zu dunklen gesättigten oder zu lichtvollen hellen Bildern. Dass die Farbtemperaturen auch zugleich über die Sinnlichkeit der Farben entscheiden, und dass diese größer ist, je weicher und „malerischer“ die Farbe aufgetragen wird, oder in Lasuren diaphan das Farblicht oszillieren lässt - auch das sind Bedingungen einer reichen, komplexen Farbstrahlung, in der dynamische und rhythmische Schwingungen spannungsvolle, harmonikale Beziehungen zueinander unterhalten.
Heinz Mack im Atelier


